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Umweltschützer informieren über zu hohe Stickoxidbelastung in Kassel

 

Kassel, 04.03.2017 – Gegen die anhaltende Gesundheitsgefahr durch Dieselabgase demonstrierten heute Greenpeace-Aktivisten in mehreren deutschen Städten, darunter auch in Kassel, am Rathaus. Unter dem Motto „Städte wollen atmen“ informieren die Umweltschützer über die gesundheitlichen Gefahren und Folgen der Abgase, geben aber auch Vorschläge für eine Verkehrswende in Kassel. Dabei geht es unter anderem um den Luftreinhalteplan und die dort inbegriffene Einführung einer Umweltzone in der Stadt.

„Dieselabgase gefährden die Gesundheit von Hunderttausenden von Stadtbewohnern“, sagt Greenpeace-Sprecherin Gesche Jürgens. „Die Städte müssen jetzt weg von Diesel- und Verbrennungsmotoren, hin zu ökologischeren Verkehrsmitteln wie E-Bussen, Fahrrädern und geteilten E-Autos.“

Die Stickoxidbelastung in Kassel ist zu hoch, das ist längst bekannt. Den Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid von 40µg/m3 hat die Stadt seit Inkrafttreten der EU-Richtlinie, im Jahr 2008, noch nie eingehalten. Zwei Drittel der Stickoxide aus dem Verkehr stammen von Diesel-Pkw. Das Atemgift erhöht das Risiko für Asthma, Herzinfarkte sowie andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verursacht laut Europäischer Umweltagentur jährlich gut 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland.

Weil viele deutsche Städte seit Jahren den geltenden Grenzwert für Stickoxid verfehlen, hat die Europäische Union inzwischen ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Andere Städte hingegen machen bereits vor, wie man gegen die Gesundheitsgefahr vorgehen kann. Oslo hatte im Januar wegen schlechter Luft ein mehrtägiges Fahrverbot für Dieselautos verhängt. Madrid, Paris und Athen haben beschlossen, ab dem Jahr 2025 Dieselwagen in der Innenstadt ganz zu verbieten.

Auch in Kassel wurden vom Ausschuss für Umwelt und Energie der Stadt neue Maßnahmen für die Luftreinhaltung ausgearbeitet. Mit der Umsetzung der Fortschreibung des Luftreinhalteplans soll in diesem Jahr begonnen werden. Doch nicht alle Parteien stehen gleichermaßen hinter diesen Vorschlägen. Die Greenpeace-Gruppe Kassel hat sich umgehört und eine Übersicht der Parteienstellungsnahmen angefertigt, die am Informationsstand eingesehen werden konnte. Greenpeace Kassel fordert das umgehende Eingreifen geeigneter und ausreichender Maßnahmen, um die Gesundheit ihrer Bürger und Bürgerinnen nicht weiter zu gefährden.

Text: Benjamin Tröger

 

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