Shells nächster Stopp: Arktis

Media

Greenpeace-AktivistInnen protestieren gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis.

In mehr als 40 Städten, unter anderem in Kassel.

Vor der Shell-Tankstelle in der Wilhelmshöher-Allee, Leipziger Straße und Hölländische Straße protestierten heute Kasseler Greenpeace-AktivistInnen mit Handbannern für den Schutz der Arktis. Der Grund für die Aktion: Nachdem US-Präsident Obama Shell die Ölsuche in der Arktis genehmigt hat, sendet der Ölkonzern jetzt seine Flotte von Bohrschiffen und -plattformen Richtung Alaska.

Derweil setzt Shells Arktis-Bohrinsel Polar Pioneer ihren Kurs auf die Arktis unverändert fort. Sie wird von der amerikanischen Küstenwache begleitet.

Geht Shells Plan auf, wird die Plattform schon in wenigen Wochen vor der Küste Alaskas nach Öl bohren. „Für Präsident Obama wäre es ein Leichtes gewesen, die Arktis vor Shells Machenschaften zu schützen“, sagt Lisa Maria Otte, Greenpeace-Expertin für die Arktis. „Während er beim G7-Gipfel in Elmau vom Ende des fossilen Zeitalters spricht, protegiert er im eigenen Land die Interessen der Ölindustrie.“

Bohrschiff trotz technischen Mängeln auf Arktis-Kurs

Das Gebiet, in dem Shell bereits zum zweiten Mal nach Öl bohren will, ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde; ein Ölunfall wäre verheerend. Dabei kam es schon bei Shells Arktisprojekt im Jahr 2012 zu mehreren schweren Pannen und Unfällen vor der Küste Alaskas. Der Konzern musste in den vergangenen beiden Jahren daher seine Probebohrungen aussetzen.

Das Bohrschiff Noble Discoverer, welches Shell bereits 2012 vor Alaska eingesetzt hatte, ist auch dieses Mal Teil der Flotte. Es wird parallel zur Polar Pioneer vor Alaskas Küste bohren; bei Problemen springt es für die Polar Pioneer ein. Und es fällt wieder – wie bereits 2012 – auf: durch technische Unzulänglichkeiten wie etwa Mängel an den Sicherheits- und Schadstoffsystemen. Eine Kontrolle der US-Küstenwache hat es zum wiederholten Mal nicht bestanden. Bei seiner Inspektion Mitte April hielt die Küstenwache die Noble Discoverer  für einen Tag auf, bis Techniker ein defektes Gerät ausgetauscht hatten; 2012 setzte die Küstenwache das Schiff für knapp vier Wochen fest. „Dass dieses Schiff nach all den Pannen jetzt erneut eingesetzt wird, zeigt, wie verantwortungslos sich Shell in der Arktis verhält“, sagt Otte.

Wahrscheinlichkeit für schweren Ölunfall: 75 Prozent

Denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Öl aus der Arktis im Boden bleiben muss, wenn die globale Erwärmung durch den Klimawandel unter zwei Grad Celsius bleiben soll. Dass die Ölsuche vor Ort große Risiken birgt, ist ebenfalls klar belegt. Laut der US-Regierungsbehörde für marine Energieressourcen wird es in den kommenden Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent zu einem schweren Ölunfall kommen, sollte Shell mit der Förderung beginnen. Dennoch hält der Konzern an seiner risikoreichen Strategie fest.

Publikationen

Weiterführende Links

Kassel live

Tags