Billigfleisch - Haltung zeigen!

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Fleisch der schlechtesten Haltungsform 1 muss aus dem Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels verschwinden!

Am 25.01.2020 hatte Greenpeace Kassel vor dem REWE-Markt am Westring über die Haltungsformen, Kennzeichnung und die Forderungen von Greenpeace informiert. Der Infostand in Kassel war Teil eines bundesweiten Aktionstages.

 

1, 2, 3 oder 4 - Du musst Dich entscheiden!

Die Produktion von Fleisch ist mitverantwortlich für die größten Umweltprobleme unserer Zeit. Das Ausmaß der Tierhaltung verschärft den Klimawandel und ist für den Verlust von Wäldern sowie die Verschmutzung von Luft, Böden und Gewässern mit verantwortlich.

 

Allein in Deutschland wurden 2018 rund 56,6 Millionen Schweine in Deutschland geschlachtet. Die meisten dieser Schweine wurden unter miserablen Zuständen gehalten. Den Großteil des erzeugten Schweine-Frischfleischs vermarktet der Lebensmitteleinzelhandel. Eine aktuelle Abfrage von Greenpeace beim Lebensmitteleinzelhandel zeigt, dass überwiegend Fleisch der Haltungsstufe 1 in den Regalen der deutschen Supermärkte liegt.

 

Greenpeace fordert daher vom Lebensmitteleinzelhandel, Billigfleisch der Stufe 1 ganz auszulisten und stattdessen Fleisch der Stufen 3 und 4 anzubieten.

 

Hintergrund Haltungsformen:

Der Lebensmitteleinzelhandel hat im April 2019 eine einheitliche freiwillige Fleischkennzeichnung mit dem Namen „Haltungsform“ für Frischfleischprodukte der Eigenmarken eingeführt. Die Haltungsform des Handels ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem, in dem bestehende Haltungsprogramme für Geflügel, Schwein und Rind in die vier nachfolgend beschriebenen Stufen kategorisiert werden.

 

Haltungsform 1 „Stallhaltung“
...entspricht der gesetzlich verpflichtenden Kriterien für Hähnchen- und Schweine-Haltung. Bei Rindern und Puten zeigt Stufe 1 die branchenübliche Haltung an, da es für diese Tierarten keine speziellen Haltungsvorschriften (Nutztierhaltungsverordnungen) gibt.

 

Haltungsform 2 „Stallhaltung plus“
...entspricht z.B. den Haltungskriterien der Initiative Tierwohl (ITW) oder den Kriterien der Edeka-Marke Gutfleisch. Die Kriterien liegen nur minimal über demg esetzlichen Mindeststandard. In der Haltung von z.B. Mastschweinen steht einem Schwein gerade mal 10 Prozent mehr Platz zu sowie Beschäftigungsmaterial aus natürlichen Materialen.

 

Haltungsform 3 "Außenklima"
...entspricht z.B. dem Einstiegs-Tierschutz-Labels des Deutschen Tierschutzbundes oder Handelsprogrammen wie Fairfarm oder Nature&Respect. Die Tiere bekommen mehr Platz im Stall (Schweine 40 Prozent mehr) und müssen Kontakt mit Außenklima haben, beispielsweise in einem überdachten Außenbereich am Stall oder durch einenach außen offene Stallseite. Auch Futter ohne Gentechnik ist vorgeschrieben.

 

Haltungsform 4 "Premium"
...entspricht Bio-oder Neuland-Kriterien. Diese Stufe bietet den meistenPlatz im Stall (Schweine 100 Prozent mehr). Zudem muss den Tieren Auslauf im Freienangeboten werden. Das Futter ist ebenfalls ohne Gentechnik.

Weiterführende Links

Greenpeace Deutschland: Tierleid im Sortiment
Spiegel Wirtschaft: Supermärkte verkaufen zu fast 90 Prozent Billigfleisch

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